Angeler APM beim DVP-Kongress 2026 in Hamburg
Manchmal lohnt sich der Blick über den eigenen Schreibtisch hinaus, um zu sehen, wohin sich die eigene Branche gerade bewegt. Am 8. Mai 2026 waren Christofer Angeler und Annika Hermes für uns beim DVP-Kongress im Empire Riverside Hotel in Hamburg vor Ort und haben einen Tag lang Impulse, Diskussionen und fachlichen Austausch mit der Bau- und Immobilienbranche mitgenommen.
Annika Hermes
DVPzert Projektsteuerin in der Bau- und
Immobilienwirtschaft & Kaufmännische Leitung
Warum wir dort waren
Als Mitglied im DVP, dem Deutschen Verband für Projektmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft, ist der jährliche Kongress für uns ein fester Termin im Kalender. Er bringt Projektsteuerer, Planer, Berater und Auftraggeber aus der gesamten Branche an einen Tisch und bietet damit genau die Perspektive, die im Tagesgeschäft oft zu kurz kommt.
In diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des Spannungsfelds zwischen Technik und Mensch im Projektmanagement. Acht Fachvorträge beleuchteten aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie sich Rollen, Prozesse und Zusammenarbeit in der Baubranche gerade verändern, und wie Verbände, Beratungen und einzelne Büros wie unseres darauf reagieren können.
- Komplexe Projekte, knappe Ressourcen – gutes Projektmanagement als Erfolgsfaktor (Erik Bangert, Vorstandsvorsitzender DVP)
- Effizienz-Boost und Wandel im Bauprojektmanagement durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (Dr. Marcel Dumeier, Jonas Kampik, Accenture)
- Auf BIM folgt KI: Technologischer Hype oder logische Evolution? (Dr.-Ing. Andreas Bach, Schüßler-Plan Digital)
- BIM – vom Buzzword zum Benefit? (Carina Pfrommer, Thost Projektmanagement / Philipp Kugler, Turner & Townsend)
- Alles geregelt. Und trotzdem stockt es. Was Projekte jenseits von Leistungsbildern tatsächlich steuert. (Charlotte Baumann-Lotz, Organisationsberaterin)
- Zwischen Projektumsetzung und Öffentlichkeit: Kommunikation & Stakeholdermanagement bei der U5 in Hamburg (Dr. Petra Welge, David Claus, HOCHBAHN U5 Projekt GmbH)
- Mehr Entscheidung, weniger Routine: KI-Workflows aus der Projektmanagement-Praxis (Krystian Szmagaj, BSG Bau-Service)
- Das wird man doch noch sagen dürfen – Haftungsfalle Rechtsberatung (Dr. jur. Robert Elixmann, Vorstandsmitglied DVP)
Zwischen Technik und Mensch: Die zentrale Botschaft des Kongresses
Eröffnet wurde der Tag mit einem Thesenpapier des DVP-Vorstands, das acht Grundsätze für erfolgreiches Projektmanagement formuliert, von Führungsverantwortung über klare Kommunikation bis zu fairen Vertragsmodellen. Aufschlussreich war eine Publikumsumfrage direkt zu Kongressbeginn: Nur rund 13 Prozent der Teilnehmenden bezeichneten Digitalisierung zu diesem Zeitpunkt als drängendes Thema für ihren Arbeitsalltag.
Im Laufe des Tages änderte sich diese Einschätzung spürbar, unter anderem durch konkrete Vorträge zum KI-Einsatz in Terminplanung und Bauüberwachung sowie zur Frage, ob BIM inzwischen mehr ist als ein Buzzword oder tatsächlich messbaren Projektnutzen liefert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Kommunikation bei komplexen Infrastrukturprojekten, veranschaulicht am Beispiel der neuen Hamburger U-Bahnlinie U5. Dort wurde deutlich, wie entscheidend Stakeholdermanagement und Bürgerbeteiligung für den Projekterfolg großer Vorhaben sind, unabhängig davon, wie gut die technische Planung ist. Den Abschluss bildete ein Vortrag zu den rechtlichen Grenzen, die die Projektsteuerung gegenüber der klassischen Rechtsberatung einhalten muss, ein Thema, das in der Praxis oft unterschätzt wird.
Unsere Einordnung
Viele der besprochenen Themen bestätigen einen Ansatz, den wir bei Angeler APM bereits seit Jahren verfolgen. Technische Werkzeuge, ob Künstliche Intelligenz oder BIM, entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie in klare Strukturen und eine funktionierende Kommunikation eingebettet sind.
Genau diese Verbindung aus Planung, Steuerung und persönlichem Austausch mit allen Projektbeteiligten ist der Kern unserer Arbeit als Generalplaner und Projektsteuerer. Der Kongress hat uns darin bestärkt, dass diese Haltung auch in Zukunft der richtige Weg ist, unabhängig davon, wie schnell sich neue Technologien weiterentwickeln.
- KI gezielt dort einsetzen, wo sie echten Mehrwert schafft, etwa bei Terminplanung und Bauüberwachung
- BIM konsequent als Werkzeug für messbaren Projektnutzen nutzen, nicht als Selbstzweck
- Kommunikation und Stakeholdermanagement als festen Bestandteil jeder Projektsteuerung verstehen
- Rechtliche Grenzen der Projektsteuerung im Blick behalten und klar von Rechtsberatung abgrenzen
Was wir aus dem Kongress mitnehmen
Der fachliche Austausch mit anderen Projektsteuerern, Planern und Beratern hat uns gezeigt, dass die Branche vor ähnlichen Herausforderungen steht wie wir sie aus unseren eigenen Projekten kennen. Besonders die Diskussion um den sinnvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz und die Rolle von Kommunikation bei Großprojekten nehmen wir als konkrete Impulse für unsere tägliche Arbeit mit. Solche Veranstaltungen sind für uns mehr als ein Blick über den Tellerrand, sie schärfen den eigenen Standpunkt und zeigen, wo sich die Branche insgesamt hinbewegt.
"Bei Angeler APM setzen wir gezielt auf neue Technologien, weil sie unsere Projekte für unsere Auftraggeber effizienter machen und nicht nur weil sie im Trend liegen. Am Ende entscheidet, wie gut wir die Synergieeffekte neuer Technologien mit unserer Erfahrung verbinden."
Fazit
Der DVP-Kongress 2026 hat gezeigt, dass Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Baubranche kein Zukunftsthema mehr sind, sondern längst angekommen sind. Gleichzeitig wurde ebenso deutlich, dass Struktur, Kommunikation und ein klares Rollenverständnis genauso entscheidend bleiben wie technische Werkzeuge. Für uns ist der Austausch mit dem DVP fester Bestandteil unserer fachlichen Weiterentwicklung, und wir freuen uns bereits auf die nächste Gelegenheit zum Netzwerken und Diskutieren mit der Branche.
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